Wer war Bert Trautmann?
Bernhard “Bert” Carl Trautmann war mehr als nur ein außergewöhnlicher Torwart; er war eine Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte von außergewöhnlichen Wendungen geprägt war. Vom Krieg über die Freundschaft zwischen ehemaligen Feinden bis zur internationalen Bewunderung wurde sein Weg durch Mut, Verletzungen, Erfolg und persönliche Herausforderungen beeinflusst. Doch neben seinen sportlichen Leistungen spielte sein privates Leben – insbesondere seine Beziehungen und Ehepartner – eine wesentliche Rolle dabei, wer er als Mensch war.
Ein früher Beginn mit Margaret Friar
Trautmanns bekannteste und wohl tiefgreifendste Beziehung begann noch bevor seine Karriere richtig Fahrt aufnahm. In den späten 1940er Jahren, nach dem Zweiten Weltkrieg und seiner Zeit als Kriegsgefangener in Großbritannien, spielte Trautmann für den Amateurverein St Helens Town. Dort lernte er Margaret Friar, die Tochter des Clubsekretärs, kennen. Die beiden verliebten sich und heirateten schließlich 1950 – ein Schritt, der Trautmanns Leben auf viele Arten veränderte.
Margaret war nicht nur seine Ehefrau, sondern auch eine Unterstützerin in einer Zeit, als viele in England noch Vorurteile gegen ehemalige deutsche Soldaten hegten. Während Trautmanns Fußballrise erlebte die Familie die Höhen und Tiefen des Ruhms gemeinsam. Sie zogen drei Söhne groß: John, Mark und Stephen. Doch es war nicht nur Triumph, der diese Jahre prägte.
Tragödie, Belastung und Scheidung
Der größte Einschnitt dieser Ehe war der tragische Tod ihres ersten Sohnes, John, der im Alter von fünf Jahren drei Monate nach Trautmanns legendärem FA-Cup-Sieg 1956 bei einem Autounfall ums Leben kam. Der Verlust eines Kindes ist einer der tiefgreifendsten Schicksalsschläge, die Eltern treffen können, und Margaret hatte große Schwierigkeiten, diesen zu verarbeiten. Trautmann selbst hat später gesagt, dass dieser Verlust wesentlich zur Belastung ihrer Ehe beigetragen habe.
Nach mehr als zwei Jahrzehnten gemeinsamer Ehe, in denen auch Trautmanns Karriere bei Manchester City ihren Höhepunkt erlebte, trennten sich die Wege von Bert und Margaret. 1972 wurde die Ehe geschieden, nachdem die Belastungen und Differenzen zwischen ihnen über die Jahre gewachsen waren.
Trotz der Trennung bleibt die Verbindung zu Margaret ein zentraler Teil von Trautmanns Lebensgeschichte – voller Liebe, Loyalität und der Tragödie des Verlustes.
Eine neue Lebensphase mit Ursula von der Heyde
Nach seiner aktiven Fußballkarriere und einer Phase als Trainer und Fußballberater in Übersee trat Ursula von der Heyde in Trautmanns Leben. Die beiden heirateten in den 1970er Jahren, während Trautmann in Burma (heute Myanmar) lebte, wo er als Fußballtrainer tätig war. Die Ehe mit Ursula markierte eine Rückkehr zu seinen deutschen Wurzeln, nachdem er lange in England gelebt hatte.
Ursulas Einfluss auf Trautmanns Leben war bedeutsam während einer Zeit, in der er beruflich und kulturell zwischen verschiedenen Welten navigierte. Doch auch diese Ehe hielt nicht dauerhaft: 1982 wurde sie geschieden. Die Herausforderungen, die mit häufigen Reisen, kulturellen Unterschieden und den beruflichen Belastungen einhergingen, spielten sicherlich eine Rolle in der Entscheidung zur Trennung.
Die späte Liebe: Marlis
Das dritte Kapitel in Trautmanns ehelichem Leben begann 1986, als er Marlis heiratete. Diese Ehe begann in einer Phase seines Lebens, in der er bereits weitestgehend aus dem Rampenlicht des Fußballgeschäfts zurückgetreten war. Bert und Marlis lebten in der Nähe von Valencia an der spanischen Costa, wo sie ein ruhigeres, gemeinsames Leben führten.
Diese Beziehung zeichnete sich durch Stabilität und gegenseitige Fürsorge aus – Eigenschaften, die oft mit dem zunehmenden Alter und einer Neuorientierung im Leben einhergehen. Marlis war an Trautmanns Seite, als er 2013 im Alter von 89 Jahren verstarb, und sie blieb ein wichtiger Teil seines Lebens bis zuletzt.
Ein Blick auf seine Tochter und familiäre Beziehungen
Neben seinen drei Ehen war Bert Trautmann auch Vater einer Tochter aus einer früheren Beziehung mit Marion Greenhall. Diese Beziehung entstand noch während seiner Zeit im Kriegsgefangenenlager in Großbritannien. Die Tochter, mit der er lange Jahre keinen engen Kontakt hatte, wurde erst 1990 wieder in sein Leben integriert, als Trautmann und seine Tochter sich wiederfanden und ihre Beziehung neu aufbauten.
Diese späte Wiedervereinigung mit seiner Tochter zeigt eine weitere Facette von Trautmanns Leben: die Bereitschaft, alte Wunden zu heilen und wichtige familiäre Verbindungen wieder aufzunehmen – selbst nach Jahrzehnten der Trennung.
Wie seine Beziehungen sein Vermächtnis prägten
Trautmanns Leben war geprägt von bewundernswerten sportlichen Leistungen und menschlichen Herausforderungen – und seine Ehepartner waren ein zentraler Bestandteil dieser Geschichte. Durch Margaret Friar erlebte er Liebe, familiäre Verantwortung und tiefen Verlust. Mit Ursula von der Heyde durchlebte er berufliche Übergänge und kulturelle Veränderungen. Und mit Marlis fand er in späteren Jahren Stabilität, Zuneigung und Begleitung.
Doch Trautmanns Leben war nicht nur privat; es war auch öffentlich. Seine Beziehung zu England und Manchester City, das Engagement für die Verbesserung der deutsch‑britischen Beziehungen und sein Einsatz für die Trautmann Foundation zeugen von einem Menschen, der durch seine persönlichen Erfahrungen – sowohl in guten als auch in schwierigen Zeiten – gewachsen ist. Die Geschichten seiner Ehepartner gehören untrennbar zu diesem Leben dazu.
Abschließend
Bert Trautmanns eheliches Leben erzählt eine Geschichte von Liebe, Verlust, Anpassung und menschlicher Reife. Die Frauen, die an seiner Seite standen – Margaret, Ursula und Marlis – haben jeweils auf ihre Weise das Leben eines außergewöhnlichen Mannes bereichert und geprägt. Ihre Geschichten machen Trautmann nicht nur als Fußball‑Legende greifbarer, sondern zeigen auch die Tiefe, Verletzlichkeit und den Mut eines Menschen, der im Sport Außergewöhnliches geleistet hat – und im Privatleben genauso menschlich war wie wir alle.

